Emotionale Entwicklung

Wie Kinder lernen, ihre Gefühle zu regulieren

Von Andra Adler · · 5 Min. Lesezeit

Das Eis ist heruntergefallen, die Tränen fliessen, und nichts scheint zu helfen. Solche Momente kennen alle Eltern. Sie sind kein Zeichen dafür, dass etwas schiefläuft. Sie gehören dazu, denn Gefühle zu regulieren ist eine Fähigkeit, die Kinder erst nach und nach lernen.

Was ist Emotionsregulation?

Emotionsregulation bedeutet, mit starken Gefühlen so umgehen zu können, dass man handlungsfähig bleibt. Dazu gehört, ein Gefühl wahrzunehmen, es zu benennen, es auszuhalten und sich wieder zu beruhigen. Erwachsene machen das meist automatisch. Kleine Kinder können es noch nicht, weil die dafür nötigen Fähigkeiten im Gehirn erst über viele Jahre reifen.

Erst gemeinsam, dann allein

Jüngere Kinder brauchen Erwachsene, die sie beruhigen. Fachleute sprechen von Co-Regulation: Eine vertraute Person leiht dem Kind ihre Ruhe, bis es sie nach und nach selbst entwickelt. Mit der Zeit übernimmt das Kind die Strategien, die es immer wieder erlebt hat, und wendet sie zunehmend selbst an.

Das heisst auch: Ein Kind, das sich trösten lässt, wird nicht «verwöhnt». Es lernt gerade, wie Beruhigung funktioniert.

Fünf Impulse für den Alltag

Was Sie realistisch erwarten dürfen

Wutausbrüche gehören bei kleinen Kindern zur Entwicklung. Auch Schulkinder haben schwierige Tage, vor allem wenn sie müde, hungrig oder überfordert sind. Entscheidend ist nicht, dass Gefühle nicht mehr auftreten, sondern dass ein Kind mit der Zeit Wege findet, damit umzugehen. Fortschritte verlaufen selten geradlinig.

Wann Unterstützung sinnvoll sein kann

Wenn Ihr Kind über längere Zeit sehr häufig und sehr heftig reagiert, sich kaum beruhigen lässt oder sich zurückzieht, kann ein Gespräch entlasten. Eine pädagogische Beratung hilft, das Verhalten einzuordnen und gemeinsam alltagstaugliche Schritte zu finden. Bei Sorgen um die Gesundheit Ihres Kindes ist die Kinderärztin oder der Kinderarzt die richtige erste Anlaufstelle.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine medizinische, psychotherapeutische oder psychiatrische Diagnostik und Behandlung.

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