Übergang Kindergarten und Schule
Schulbereitschaft: Ist mein Kind bereit für den nächsten Schritt?
Kann mein Kind schon die Buchstaben? Soll ich noch Zahlen üben? Vor dem Übertritt in die Schule beschäftigen sich viele Eltern mit solchen Fragen. Die gute Nachricht: Schulbereitschaft bedeutet viel mehr als einzelne Fertigkeiten.
Das Gesamtbild zählt
Schulbereitschaft entsteht im Zusammenspiel von kognitiver, körperlicher und sozial-emotionaler Entwicklung. Entscheidend ist nicht, ob ein Kind eine bestimmte Fähigkeit schon perfekt beherrscht, sondern wie diese Bereiche zusammenwirken.
Die wichtigsten Bereiche
- Kognitiv: Aufmerksamkeit und Konzentration, ein erstes Verständnis für Mengen sowie Sprachverständnis.
- Körperlich und gesundheitlich: Fein- und Grobmotorik, Ausdauer, Sehen und Hören.
- Sozial: Regeln einhalten, Kontakt zu Gleichaltrigen aufnehmen, sich in eine Gruppe einfügen.
- Emotional: Selbstständigkeit und die Fähigkeit, mit Frustration umzugehen.
So unterstützen Sie Ihr Kind im Alltag
Dafür braucht es kein Trainingsprogramm. Vieles lässt sich spielerisch in den Alltag einbauen:
- Gesellschaftsspiele spielen. Zählen, Abwarten, Regeln einhalten und auch mal verlieren: Ein einziges Spiel übt viele Fertigkeiten gleichzeitig.
- Vorlesen und erzählen. Das stärkt Wortschatz, Zuhören und Fantasie.
- Selbstständigkeit zutrauen. Jacke anziehen, Znüni einpacken, Schuhe binden: Jeder kleine Schritt gibt Selbstvertrauen.
- Feinmotorik üben. Malen, Schneiden, Kneten, Basteln und Perlen auffädeln bereiten auf das Schreiben vor.
- Zeit draussen verbringen. Bewegung fördert Koordination, Ausdauer und Konzentration.
Was Sie sich sparen können
Ein frühes «Vorlernen» von Lesen und Schreiben durch Drill bringt meist wenig und kann die Freude am Lernen dämpfen. Wichtiger sind Neugier, Ausdauer und Freude am Entdecken.
Der Austausch lohnt sich
Die Kindergartenlehrperson erlebt Ihr Kind täglich in der Gruppe und kann einschätzen, wo es gut unterwegs ist und wo es noch Unterstützung braucht. Ein offenes Gespräch hilft, Unsicherheiten zu klären und gemeinsam zu überlegen, was Ihr Kind jetzt braucht.
Wenn Sie unsicher sind
Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind in einem Bereich mehr Unterstützung braucht, oder wenn Sie über die nächsten Schritte sprechen möchten, begleite ich Sie gerne in einem persönlichen Gespräch.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine medizinische, psychotherapeutische oder psychiatrische Diagnostik und Behandlung.