Jugendliche

Alle anderen sind glücklicher?

Von Andra Adler · · 5 Min. Lesezeit

Du scrollst durch dein Feed: Urlaubsfotos, Partys, perfekte Körper, glückliche Gesichter. Und plötzlich fühlt sich dein eigenes Leben ziemlich gewöhnlich an. Dieses Gefühl kennen viele junge Menschen. Es lohnt sich zu verstehen, woher es kommt.

Was du siehst, ist ein Ausschnitt

Auf Social Media zeigen Menschen vor allem ihre besten Momente. Bilder werden ausgewählt, bearbeitet und mit Filtern verändert. Dazu kommt ein Algorithmus, der dir bevorzugt Inhalte zeigt, die viel Aufmerksamkeit bekommen. Was du siehst, ist deshalb keine Abbildung des echten Lebens, sondern eine sorgfältig ausgewählte Auswahl. Du vergleichst dein ganzes, ungeschminktes Leben mit den Highlights von anderen.

Warum Vergleichen so weh tut

Sich mit anderen zu vergleichen ist menschlich, gerade in der Jugend, wenn du herausfindest, wo du stehst. Online passiert das aber rund um die Uhr, mit Hunderten Vergleichspersonen, die oft älter, fitter oder erfolgreicher aussehen. Das kann das Selbstbild und das Wohlbefinden belasten, vor allem, wenn du dich ohnehin unsicher fühlst. Dazu kommen Likes und Kommentare, die schnell zu einer Art Bewertung deiner Person werden.

Was dir helfen kann

Dein Wert hat nichts mit Likes zu tun

Likes zeigen, wie ein Bild angekommen ist, nicht, wie wertvoll du bist. Was dich ausmacht, sind deine Eigenschaften, deine Ideen, dein Humor und die Beziehungen, die du führst. Das lässt sich nicht zählen.

Wann du dir Hilfe holen solltest

Wenn du dich wegen deines Aussehens oder deines Lebens ständig schlecht fühlst, dein Essverhalten sich verändert, du dich zurückziehst oder an nichts mehr Freude hast, sprich mit einer Vertrauensperson oder einer Fachperson. Die Nummer 147 von Pro Juventute ist kostenlos, vertraulich und jederzeit erreichbar.

Ein Hinweis für Eltern

Verbote allein bringen selten etwas. Interessieren Sie sich lieber für das, was Ihr Kind online erlebt, und sprechen Sie offen darüber. Gemeinsam vereinbarte Regeln, zum Beispiel handyfreie Zeiten für die ganze Familie, funktionieren besser als einseitige Kontrolle.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine medizinische, psychotherapeutische oder psychiatrische Diagnostik und Behandlung.

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