Partnerschaft

Mental Load

Von Andra Adler · · 5 Min. Lesezeit

Wann ist der nächste Zahnarzttermin? Sind die Turnsachen eingepackt? Wer hat Geburtstag, und fehlt noch ein Geschenk? Wer dauernd an solche Dinge denkt, trägt oft eine Last, die niemand sieht: den Mental Load.

Was ist Mental Load?

Mental Load bezeichnet die unsichtbare gedankliche Arbeit, die ein Haushalt und eine Familie erfordern: planen, organisieren, erinnern, vorausdenken und im Blick behalten. Es geht nicht nur darum, Aufgaben zu erledigen, sondern darum, überhaupt zu wissen, dass sie anstehen, und die Verantwortung dafür zu tragen. Diese Arbeit ist oft nicht sichtbar, wird nicht gelobt und lässt sich schwer abgeben.

Warum er so belastend ist

Wer ständig mitdenkt, kommt nie ganz zur Ruhe. Das Gehirn hat immer eine Liste im Hintergrund. Das kann zu Erschöpfung, Gereiztheit und dem Gefühl führen, allein zuständig zu sein. In Partnerschaften entstehen daraus oft Streit und Enttäuschung, zum Beispiel wenn die eine Person sich fragt «Warum muss ich immer an alles denken?», während die andere meint, doch auch mitzuhelfen.

Wie es dazu kommt

Oft hat sich die Aufteilung unbemerkt eingeschlichen. Nach der Geburt eines Kindes übernimmt häufig eine Person mehr, etwa weil sie zu Hause ist oder weniger arbeitet. Mit der Zeit wird sie zur Hauptverantwortlichen, und die andere Person wartet auf Aufträge. Auch Rollenbilder und Gewohnheiten spielen mit. In vielen Familien tragen Mütter den grösseren Teil, aber nicht in allen: Mental Load kann jede Person treffen.

Wie Paare ihn fairer verteilen können

Das Gespräch führen, ohne Vorwürfe

Suchen Sie einen ruhigen Moment, nicht mitten im Alltagsstress. Sprechen Sie von Ihrem eigenen Erleben: «Ich merke, dass ich erschöpft bin, weil ich viel im Kopf habe.» Das ist leichter zu hören als «Du machst nie etwas». Und sehen Sie das Gespräch als gemeinsames Anliegen: Es geht nicht um Schuld, sondern darum, dass es der ganzen Familie besser geht.

Auch Kinder profitieren

Kinder lernen am Vorbild, wie Familien funktionieren. Wenn sie erleben, dass Verantwortung geteilt wird, und je nach Alter selbst Aufgaben übernehmen dürfen, lernen sie Zusammenarbeit und Fairness.

Wenn es allein nicht gelingt

Wenn Gespräche immer wieder im Streit enden oder die Belastung dauerhaft zu gross ist, kann eine neutrale Begleitung helfen. Pädagogische Beratung kann Orientierung für den Familienalltag geben. Sie ersetzt keine Paartherapie, wenn diese angezeigt ist.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine medizinische, psychotherapeutische oder psychiatrische Diagnostik und Behandlung.

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